Rai-Kinder April 2017

Von Kathmandu über Salleri zu unseren Kindern bis nach Bodu…

Nach einer 12-stündigen Jeepfahrt von Kathmandu nach Salleri, nahe des Flughafens Phaplu, sind wir, Reiseleiter Abinash und Voluntärin Judith, nach einer kurzen Nacht zu Fuß aufgebrochen in Richtung Bodu. Abinash Rai hat bis zur 10.Klasse in Bodu gelebt und war voller Vorfreude wieder mal nach Hause zu gehen. Zwei „Rotznäschen“ Papas haben uns dort abgeholt, um die 2 Seesäcke voller Geschenke und Kleidung zu tragen. Nach der 2-tägigen Wanderung erreichten wir das, am Hang liegende, Dorf und wurden herzlich von Abinash’s Eltern und den drei jüngeren Schwestern empfangen.

Am nächsten Morgen konstruierten die Männer ein Sonnensegel, sodass wir beim Treffen mit den Kindern nicht der knallen Sonne ausgesetzt sind. Wir hatten größtenteils sehr warmes, sonniges Wetter und kamen in nur ein Gewitter.

Mit der Hilfe von Kusum und Puspa haben wir all unsere Sachen auf einer Plane ausgebreitet, um sie dann zu verteilen.

Es gab für jeden einen Beutel mit Jacke, T-Shirt, Seife, Zahnbürste, Zahnpasta und ein Kuscheltier. Alle Papas haben einen Rasierer bekommen und die Mamas eine, nach Rosen riechende, Seife. Für jeden Haushalt gab es eine Packung Masala Tee, von der wir bei den Besuchen gleich kosten durften. Abinash musste den Papas zuerst die Funktion der Rasierhalterung erklärt, da die Männer sich dort nur mit den „plates“ (Klingen) rasieren. Ein großes Dankeschön geht an Freunde und Familie meiner Oma Erika Sinner und an Susanne Weber, durch die wir diese Geschenke mitfinanzieren konnten. Zudem hat Frau Kratzer aus Bonn wieder für uns gehäkelt und gestrickt. Einen besonderen herzlichen Dank auch dafür. Viele von diesen RAI-Kindern wurden durch Thüringer Kletterfreunde als Patenkinder angenommen und eine Patenfamilie davon hat zu Weihnachten, anstatt im Betrieb sich untereinander Weihnachtsgeschenke zu machen, für uns Geld zusammengelegt. „Wir werden schon etwas gutes daraus machen“, schrieben sie. Damit haben wir nun auch diese Geschenke mitfinanziert.

Nachdem gegen Mittag alle Kinder langsam eingetrudelt sind wurde ich von jedem einzelnen Kind begrüßt. Es gab jede Menge Blumenketten und Katas.

Die Verteilung der Mitbringsel war eine große Freude und alle Kinder und auch die Eltern hatten ein Lächeln im Gesicht, wobei das Rai-Volk eigentlich eher zurückhaltend, schüchtern und etwas verschlossen ist.

Wenn man diese strahlenden Gesichter sieht, muss man doch selbst auch mitstrahlen, oder?

Jacken, Hosen, Hemden, Schuhe und viele Oberteile haben Gabi und Adolf Nill zu ihrer Reise im April mitgebracht, die wir nun verteilen konnten.

Zum Schluss durfte ich den Kindern noch etwas Geld überreichen. Sie sind sehr dankbar für die große Unterstützung, die Ihre Spende bewirkt und lassen Grüße an alle Sponsoren ausrichten. Danyabaad!

So ging ein spannender Tag zu Ende, an dem viel gelacht wurde und ich vielen Kindern eine Freude bereiten konnte. Dafür bin auch ich sehr dankbar!

Am nächsten Tag, unserem letzten im Dorf, sind wir von Haus zu Haus gegangen um für Sie/Euch individuell Bilder zu machen. Diese finden Sie in Ihrer/Eurer passwortgeschützten Seite. Die meisten haben uns zum Tee eingeladen und viele wollten, dass wir wiederkommen. Leider ist die Zeit zu knapp.

Dann ging es auch schon wieder Richtung Salleri. Unterwegs trafen wir einige Lehrer in der Schule, um die Zeugnisse abzuholen. Zur Zeit haben die Kinder Ferien. Nach 2 Tagen anstrengenden Wanderns sind wir schließlich erschöpft aber zufrieden in Salleri angekommen. Mit vielen Erfahrungen und Erlebnissen im Gepäck ging es zurück nach Kathmandu. Die gratis Rückenschmerzen nach der Fahrt haben wir beim Ticketkauf gleich vorausgesagt bekommen. Dank der schönen Erlebnisse sind diese schon wieder vergessen.

Liebe Grüße aus Kathmandu

Judith

 

 

 

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